DanGer112 – Gemeinsam über Grenzen helfen

Die Grenze darf kein Hindernis für schnelle Hilfe sein.

Starkregenereignisse, Deichbrüche, Hochwasserlagen, Dürren, Wald- und Flächenbrände aber auch Pandemien – Ereignisse wie diese haben alle etwas gemeinsam - sie kennen keine Grenzen und machen somit auch nicht vor einer Landesgrenze halt. Was passiert eigentlich wenn solche Ereignisse gleichzeitig auf das Grenzland zwischen Deutschland und Dänemark treffen und dort Schadenssituationen verursachen?

Mit dieser Frage beschäftigt sich DanGer112. Das Netzwerk steht für die dauerhafte grenzüberschreitende Zusammenarbeit im Brand- und Katastrophenschutz in der Region Sønderjylland-Schleswig.

Von Interreg zur dauerhaften Zusammenarbeit

Die heutige Zusammenarbeit ist das Ergebnis einer langjährigen Entwicklung. Bereits in den vergangenen Interreg-Förderperioden 4A und 5A wurden wichtige Grundlagen für die grenzüberschreitende Zusammenarbeit im Bereich der nichtpolizeilichen Gefahrenabwehr geschaffen.

Mit dem Interreg-6A-Projekt DanGer112, das von 2023 bis 2025 durchgeführt wurde, wurde diese Zusammenarbeit weiter ausgebaut und professionalisiert. Gemeinsame Übungen, Erfahrungsaustausch, Netzwerkveranstaltungen und die Entwicklung grenzüberschreitender Lösungen haben dazu beigetragen, bestehende Hindernisse zu erkennen und gemeinsam abzubauen. Das Projekt wurde mit rund 442.000 Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) unterstützt.

Mit dem Ende der Interreg-Förderperiode endet die Zusammenarbeit jedoch nicht. Die im Rahmen der Projekte aufgebauten Strukturen und Netzwerke werden unter dem Namen DanGer112 dauerhaft fortgeführt. Aus einem geförderten Projekt ist damit eine langfristige grenzüberschreitende Zusammenarbeit geworden.

Gemeinsam für ein sicheres Grenzgebiet

DanGer112 verbindet kommunale und regionale Behörden sowie zahlreiche Organisationen des Brand- und Katastrophenschutzes und der „Blaulichtfamilie“ auf beiden Seiten der Grenze. Beteiligt sind unter anderem die Stadt Flensburg, der Kreis Schleswig-Flensburg, der Kreis Nordfriesland, die Region Süddänemark sowie die Gemeinden Sønderborg, Haderslev, Tønder und Aabenraa. Die Koordinierungsfunktion wird durch Brand & Redning Sønderjylland wahrgenommen. Ziel ist es, die Zusammenarbeit zwischen den deutschen und dänischen Partnern dauerhaft zu sichern, weiterzuentwickeln und auch für zukünftige Herausforderungen gut aufzustellen.

Dabei gilt ein zentraler Grundsatz:
Keine Ressource und keine Kompetenz sollte auf einer Seite der Grenze ungenutzt bleiben, wenn sie auf der anderen Seite benötigt wird.

Zusammenarbeit, bevor es zum Einsatz kommt

Eine erfolgreiche grenzüberschreitende Zusammenarbeit beginnt lange vor dem eigentlichen Einsatz. DanGer112 unterstützt deshalb insbesondere den regelmäßigen Austausch zwischen den beteiligten Organisationen. Dazu gehören gemeinsame Übungen und Ausbildungen, der Austausch von Erfahrungen und Best-Practice-Beispielen sowie die Entwicklung und Weiterentwicklung gemeinsamer Notfall- und Einsatzkonzepte. Auch Veränderungen bei Zuständigkeiten, Technik und rechtlichen Rahmenbedingungen werden beobachtet und hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf die grenzüberschreitende Zusammenarbeit bewertet. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Pflege und Weiterentwicklung des grenzüberschreitenden Netzwerks. Denn gerade im Einsatzfall ist es entscheidend, dass die beteiligten Menschen und Organisationen ihre Ansprechpartner auf der anderen Seite der Grenze kennen und bestehende Strukturen funktionieren.