Freie Bahn für die Retter!!

Flensburg wird Vorreiter in einem bundesweit einzigartigem Projekt.

Freie Bahn für die Retter ist im Alltag unerlässlich, um Menschen rechtzeitig zur Hilfe kommen zu können. Doch was eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein sollte, wird für die Rettungskräfte leider all zu oft zum Albtraum. Man ist auf dem Weg zum Einsatz und steckt plötzlich selbst im Stau fest. Nach einer Studie der Vicus-Libera AG wird in 80 % aller Fälle die Rettungsgasse nicht richtig gebildet. Für den Hilfesuchenden rinnen damit wichtige Minuten dahin, die oftmals über Leben oder Tod entscheidend sein können.

Nachdem Aufkleber, Plakataktionen und Werbefilme nicht den erhofften Erfolg gebracht haben, will das Verkehrsministerium nun zusätzlich weitere Wege gehen, um den uneinsichtigen Autofahrer wieder auf die richtige Bahn zu lenken. Das Projekt nennt sich Dash-Control und wird von der Berufsfeuerwehr Flensburg erprobt. Heute Morgen wurden von der Verwaltungsleitung und Vertretern des Bundesministeriums für Verkehr und Infrastruktur (BMVI) die entsprechenden Verträge geschlossen.

Ab dem 01.04.2019 werden sämtliche Fahrzeuge des Brandschutzes und des Rettungsdienstes zunächst mit sogenannten Däshi-Cams ausgestattet, die dann permanent die Verkehrssituation vor den Rettungsfahrzeugen aufzeichnen und an einen zentralen Server übermitteln. Dort werden die Daten dann vollautomatisiert ausgewertet und im Falle eines festgestellten Verstoßes gegen das Gebot eine Rettungsgasse zu bilden direkt an die Bußgeldstelle übermittelt. Die weitere Ahndung des Verstoßes wird dann von dort übernommen.

Nach Auskunft des BMVI sind die Belange des Datenschutzes vollumfänglich berücksichtigt worden. „Das System wertet die Situation in Echtzeit aus. Sofern es keine Anhaltspunkte für einen Verstoß gibt, werden die Daten sofort wieder gelöscht. Also genau so, wie es jeder Mensch auch tun würde. Man registriert zwar, dass sich um einen herum Fahrzeuge befinden, vergisst diese jedoch sofort wieder, wenn es keine Auffälligkeiten gibt.“ In der Fachsprache nennt sich dieses System human-acting.

Die Stadt Flensburg erhofft sich, dass das Leben aller Menschen damit ein Stück sicherer wird und betont ausdrücklich, dass es in diesem Projekt mitnichten um die Verbesserung der Haushaltssituation geht.

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